Anders als andere bekannte asiatische Metropolen wie Peking oder Bangkok, die nur voll interessanter Sehenswürdigkeiten sind, scheint Jakarta dem Reisenden nicht viel zu bieten. Nach menschlichen Maßstäben ist es eine eher neue Erscheinung aus dem 16. Jahrhundert, als portugiesische Kaufleute die alte Hafensiedlung aus dem vierten Jahrhundert zu einem größeren Posten ausbauten. Unter dem Namen Batavia dehnten die holländischen Kolonialmächte den Hafen immer weiter aus. Doch explosionsartige Bevölkerungswachstum erfolgte jedoch ab den 40er Jahren. Ein Großteil dieses Wachstums ist auf die inländische Einwanderung zurückzuführen, die Jakarta in eine der größten städtischen Agglomerationen der Welt verwandelt hat.
Der bei weitem interessanteste Teil Jakartas ist die Altstadt, die das ursprüngliche Stadtzentrum Jakartas umfasst, in dem noch einige holländische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert intakt stehen. Heute ist die Altstadt ein pulsierendes Viertel, das bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist, und es ist herrlich, hier herumzuschlendern und die tolle Atmosphäre einzuatmen.
Wenn Du in der Gegend bist, solltest Du unbedingt einen Kaffee im stimmungsvollen Café Batavia trinken, das sich in einem Kolonialgebäude aus dem Jahr 1830 befindet.
Hier fühlt man sich wie in eine Zeitkapsel versetzt, mit seinem schwach beleuchteten Salon, den großen Kronleuchtern, den dunklen Holzmöbeln, den alten Fotografien, den runden Tischen, die an französische Bistros erinnern, und den großen Fenstern, die auf den Fatahillah-Platz hinausgehen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Jakartas befinden sich jedoch in einem neueren Teil der Stadt. Ohne Frage ist das Nationaldenkmal oder Monas (kurz für Monumen Nasional) das bekannteste Bauwerk Jakartas. Es erhebt sich 132 Meter hoch in der Mitte des Merdeka-Platzes und wurde von 1961 bis 1975 zum Gedenken an den Kampf Indonesiens um die Unabhängigkeit vom niederländischen Kaiserreich errichtet.
Auch die Istiqlal-Moschee, die größte Moschee Südostasiens, ein recht modernes Bauwerk, gleich gegenüber der Kathedrale von Jakarta, einem neugotischen Gebäude ohne großes architektonisches Interesse (beide religiösen Stätten stehen nebeneinander und verdeutlichen die religiöse Toleranz des Landes) stehen hier. Das Nationalmuseum von Indonesien liegt ebenfalls in der Nähe. Es gilt als eines der besten und vollständigsten Museen des Landes. Hier finden Sie über 160 000 Objekte, darunter antike Artefakte, Textilien, Statuen und Keramiken, die die Geschichte der indonesischen Territorien und die lange Geschichte des Landes erzählen.
Gleich um die Ecke gibt es einen tollen Nachtmarkt, auf dem Sie den lokalen Streetfood-Hit Nummer eins, Satay, probieren können.
Jakarta ist sicherlich ein verrückter, verschmutzter Ort, aber es ist auch eine pulsierende Stadt, die man nicht so schnell wieder vergessen wird (im Guten wie im Schlechten).